Raum für digitale Ideen.

Der Trend zum Coworking zeichnete sich bereits in den letzten Jahren kontinuierlich ab, sodass in vielen deutschen Großstädten offene und modern ausgestattete Büroflächen entstanden, in welche sich oftmals junge Menschen einmieten, die – so die Vorstellung – lediglich auf eine stabile Internetverbindung und einen verlässlichen Kaffeeautomaten angewiesen sind, um an ihrem nächsten innovativen Startup zu basteln. Das aber hinter einem Coworkingspace noch viel mehr stecken kann, beweist das SCHILLER40 in Wolfsburg, dass sich mittlerweile selbst als „Urban Hub“ definiert. Das bereits 2012 als erstes kommunales Coworkingspace Deutschland errichtete SCHILLER40 verbindet seit seinem Einzug in die zentral gelegene Markthalle in der Wolfsburger Innenstadt sechs zentrale Themen: Coworking, Augmented- und Virtual Reality, Eventlocation, Podcasting sowie Broadcasting. Im Gespräch mit Christian Cordes, Leiter des SCHILLER40, haben wir einen Einblick in die Wolfsburger Startup-Szene bekommen können und erfahren was laut Cordes die auffälligsten Unterschiede zwischen der Braunschweiger und Wolfsburger Gründungskultur sind.

vom 28. Juli 2022

Das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Braunschweig in knapp 25 Minuten erreichbare SCHILLER40 ist vom Wolfsburger Hauptbahnhof in lediglich 4 Minuten zu Fuß erreichbar und somit als Digital Hub sehr zentral gelegen. Aber nicht nur mit der Lage kann der Space, der neben zahlreichen weiteren Initiativen zu den Digitalprojekten der Stadt Wolfsburg zählt, punkten. Durch die gemeinsamen Ambitionen mit der Volkswagen AG richtet sich der Hub an der Strategie #WolfsburgDigital aus und leistet in diesem Kontext einen Beitrag zur Smart City Wolfsburg. Cordes, der sich ferner als Bundesvorsitzender des Vereins Coworking Deutschland e.V. engagiert, erklärt: „Die Planung erfolgte bereits 2017 und ein Jahr später diente uns die Markthalle in einer Pop-up-Phase zunächst als Experimentierfläche, um zu prüfen was die Bevölkerung sowie Unternehmen von einem Urban Space erwarten. Dabei haben sich die Themen AR/VR sowie das Live Streaming herauskristallisiert. Diese technische Infrastruktur ist heute eines unserer Alleinstellungsmerkmale.“

Das SCHILLER40 ist an acht Glasfaserleitungen angeschlossen, verfügt über eine High-Speed-Internetverbindung, stellt Coworker:innen neustes AR/VR-Equipment sowie ein vollausgestattetes Podcast- und Broadcaststudio zur Verfügung. Darüber hinaus können ganze Events digital gehostet werden.

Das diese Infrastruktur dem Hub so schnell zahlreiche Partnerschaften einbrachte, war nicht zuletzt durch den Beginn der Corona-Pandemie bedingt: „Nach den erfolgreichen Umbauarbeiten und unserem Umzug aus der Schillerstraße kam Anfang 2020 Corona dazwischen. Unser Benefit war es dann, dass wir direkt namenhaften Partnern wie Volkswagen, Autovision oder der Sparkasse ein professionelles Setting für ihre digitalen Betriebsversammlungen bieten konnten“, so Cordes weiter. Aber auch Events wie der Mobility Startup Day Niedersachsen wurden bereits aus Wolfsburg gestreamt. Ein weiteres Herzstück des Hubs sind die 30 Arbeitsplätze, die von Studierenden bis hin zu Unternehmer:innen genutzt werden können. Das Preismodell gliedert sich dabei in Tages-, Wochen,- Monats- bis hin zu Halb- bzw. Jahrestickets. Das Tagesticket beginnt bei 18 Euro, während sich die Miete pro Monat auf 250 Euro inkl. Stundenkontigent für die Meetingräume beläuft. Dass das Thema Nachhaltigkeit ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Planung gespielt hat, wird nicht zuletzt anhand der Einrichtung deutlich: Von Möbeln aus niedersächsischen Wäldern, die zu 100% emissionsfrei sind, bis hin zu digitalen Flipcharts zur Papiereinsparung in den Meetingräumen – das SCHILLER40 verfolgt ein durchdachtes Rundumkonzept.

Aber was unterscheidet die Wolfsburger Startup-Szene, die u.a. im SCHILLER40 durch die technische Ausstattung vielfache Anreiße geboten bekommt, von der Braunschweiger Gründungsszene? Auch darauf hat Cordes eine Antwort parat: „Die Startup-Kultur in Wolfsburg ist in meiner Wahrnehmung zu einer Einheit verschmolzen. Durch die intensive Zusammenarbeit von Stadt und Automobilkonzern ist die Gründungsthematik zentralisiert und auf Augenhöhe. Ich empfinde die Wege kürzer und den Ansatz ganzheitlicher. Das könnten die in Braunschweig ansässigen Institutionen sicherlich noch verbessern.“ Nichtsdestotrotz ist festzuhalten, dass sich am Wolfsburger Coworking Standort der Schwerpunkt auf den Bereich Software Entwicklung, Künstliche Intelligenz und Content Creation konzentriert, während Braunschweig als großer Universitätsstandort eine noch größere Bandbreite an Startups aufweist. Das SCHILLER40 kooperiert überdies mit dem Ostfalia Studiengang Management im Gesundheitswesen. „Für ein gemeinsames Projekt des Klinikums Wolfsburg und der Ostfalia Hochschule stellen wir unsere VR/AR-Technologie zur Verfügung. In diesem Zuge sind wir gezielt auf der Suche nach Startups, die Phobie-Training mithilfe der Technologie erproben und verbessern möchten“, so Cordes.

Kontakt

Schiller40

CoWorking Space Schiller 40
Porschestraße 2c
38440 Wolfsburg

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Tamie Gillner

Autorin

Tamie Gillner

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